Für das Layout nutzen wir Affinity by Canva. Das ist eine Kreativsoftware, die alles mögliche enthält: Tools für das Designen von einzelnen Grafiken, das Layouten von Heften (bspw. einer Schülerzeitung!), das Nachbelichten und editieren von Fotos und vieles mehr. Im Vergleich zu Scribus, der Layoutsoftware, die wir davor genutzt haben, ist Affinity ein wenig komplizierter. Deswegen hier ein paar Sachen, auf die man beim Layouten aufpassen sollte!
Eine der Vorlagen nutzen
Ursprünglich stand hier ein Absatz dazu, wie man die Layoutvorlagen nutzt. Der wurde aber nochmal abgeändert und in das Tutorial zum Installieren von Affinity verschoben. Schau also ruhig dort mal vorbei!
Nach dem erstellen einer neuen Seite
Sobald man eine der Vorlagen geöffnet hat und nun eine neue Seite im Programm vor sich hat, sollte man zuerst in den Layout-Modus schalten, falls der noch nicht aktiviert ist. Für das Layout der Zeitung ist dieser Modus am wichtigsten, weil man hier auf so ziemlich alle Tools zugriff hat, die man für unser Layout braucht.
Man schaltet in den Layout-Modus, indem man den Layout-Knopf in der oberen linken Ecke anklickt:
Das, was hier orange hervorgehoben ist, muss man anklicken. Wenn der Layout-Modus noch nicht aktiv ist, wird irgendwas anderes daneben hervorgehoben sein. Alternativ kann man auch F4 drücken, um in den Modus zu kommen.
Farbmanagement
Auch in Affinity hat man Farbpaletten, in denen man die Farben festlegt, die man für das Layout nutzen möchte. Für die Vorlagen wurde schon eine Farbpalette angefertigt, in der die vierte Farbe die der Hintergrundelemente ist. Die kann man ganz einfach ändern, indem man im oberen rechten Panel, in dem alles rund um dass Farbmanagement vorzufinden ist, in den “Farbfelder”-Tab geht, dort im Dropdown-Menü die richtige Farbpalette (die heißt “Die Farben für die Ausgabe halt”) auswählt und dann einen Rechtsklick auf die Farbe macht. Dann öffnet sich ein Kontextmenü, in dem man “Füllung Bearbeiten…” auswählen muss.
Man muss auch nicht die Farbpaletten nutzen, aber ich persönlich finde sie eigentlich ganz praktisch. Das einzige Nervige an ihnen ist, dass man sie nicht wirklich gut dateiübergreifend nutzen kann. Deswegen muss man diese Farbanpassung bei jeder Seite der Ausgabe neu machen.
Resorts und Seitenzahlen
Hier war ich ganz fancy mit der Layoutvorlage: Die Textfelder für die Resorts und Seitenzahlen werden automatisch beschrieben. Man muss also nur noch an der richtigen Stelle den richtigen Wert eintragen und alles andere passiert automatisch!
Um das Resort und die Seitenzahl zu ändern, muss man jetzt in der linken Leiste, in der alle Seiten angezeigt werden, auf die gerade editierte Seite rechtsklicken und “Sektion bearbeiten…” auswählen. In dem sich dann öffnenden Fenster kann man rechts nun den Sektionsnamen (der wird als Resort angezeigt) und die startende Seitenzahl (die Seitenzahl der ersten Seite, die man gerade offen hat – wenn man eine Doppelseite editiert ist das die linke der beiden Seiten) angeben.

Texte
Das, was schon da ist
Die Vorlagen haben schon voreingestellte Textrahmen für den Titel und Text der Artikel. Falls man den Titel der Vorlage nicht braucht, kann man rechts unter “Ebenen” die Ebene des Titels entweder verstecken oder ganz löschen.
Entweder das Augen-Icon rechts von der Ebene klicken, oder im Kontextmenü (auf die Ebene rechtsklicken) die Ebene löschen – alternativ kann man zum löschen auch die Entf-Taste auf der Tastatur drücken, während man die Ebene ausgewählt hat.
Hier sieht man auch etwas, an das ich extra bei den Vorlagen gedacht habe: Es gibt für beide Einzelseiten einen Titel in den Vorlagen – auch bei der Doppelseite. Standardmäßig ist der Titel auf der rechten Seite versteckt. Wenn man aber aus irgendeinem Grund auf der rechten statt auf der linken Seite den Titel braucht, kann man einfach die eine Ebene verstecken und die andere sichtbar machen! (Man muss danach noch die Textrahmen dementsprechend anpassen, damit der Text nicht über den Titel drüber geht, aber das ist simpel.)
Textstil
Bei den Textrahmen in der Vorlage ist alles eigentlich schon so voreingestellt, wie es sein sollte. Falls man aber einen neuen Textrahmen mit denselben Einstellungen braucht, ist hier eine Liste an allem, was ich da eingestellt habe:
- Schriftgröße: 11,5pt
- Schriftart: Fontin Sans
- Schriftstil (dieses Dropdown-Menü rechts neben der Schriftart): Regular
- Textausrichtung (das Symbol rechts neben der Text- und der Hervorhebungsfarbe): Blocksatz links
- Anzahl an Spalten: 2
- Zwischenraumbreite der Spalten: 6 mm
- Absatzstil (das Dropdown rechts neben dem Paragraph-Zeichen ¶): “Text Artikel” (den habe ich selber gemacht und der ist in jeder der Vorlagen enthalten; die einzelnen Eigenschaften dieses Stils, z.B. das Grundlinienraster, können für einzelne Textrahmen überschrieben werden, indem man auf das Paragraph-Zeichen ¶ links vom Dropdown klickt)
Verknüpfen von Textrahmen
Das geht ein wenig anders, als in Scribus: Jetzt hat man kein eigenes Tool mehr dafür, stattdessen hat man nun Pfeile auf der rechten und linken Seite eines Textrahmens, die man sieht, sobald man einen ausgewählt hat. Man kann nun einfach zwei Rahmen verknüpfen, indem man auf so einen Pfeil klickt und dann einen anderen Textrahmen auswählt.
Einen der beiden grün markierten Pfeile muss man auswählen. Wenn man den oberen linken anklickt, kommt der Text des zweiten, danach ausgewählten Textrahmens vor den des ersten. Wenn man den unteren rechten anklickt, kommt der Text des zweiten Textrahmens nach den des ersten – das ist das Verhalten, das man auch in Scribus hatte. Deswegen empfehle ich: Klicke den unteren rechten Pfeil an.
Wenn man die Verknüpfung zweier Textrahmen wieder aufheben will, kann man einfach denselben Pfeil zweimal anklicken, mit dem man die Verknüpfung erstellt hat.
Zusammenfügen von Dateien
Im Normalfall sollte man beim Layouten von ganzen Ausgaben jede einzelne Einzel- oder Doppelseite in einzelnen Dateien unterbringen – man könnte auch alles in eine Datei packen, aber dann wird es kompliziert für mehrere Layouter, an verschiedenen Seiten gleichzeitig zu arbeiten.
Am Ende des Layoutprozesses möchte man aber trotzdem eine PDF mit allen Seiten haben – was sollte man also machen? Ganz einfach: Man fügt die Dateien im Nachhinein in Affinity zusammen!
Dafür öffnet man am besten die erste normale Seite (man sollte nicht mit der Titelseite anfangen, weil sonst das Grundlinienraster falsch eingestellt ist) und fügt dann neue Seiten hinzu, indem man in der Menüleiste ganz oben auf Dokument und dort auf Seiten > Aus Datei hinzufügen… geht.

Tipp: Am besten speichert man die Datei, in der man alle Seiten zusammenfügen möchte, unter einem anderen Namen neu ab, damit man nicht aus versehen irgendwas in die falsche Datei speichert. Dafür geht man in der oberen Menüleiste auf Datei und dort auf Speichern unter… oder gibt die Tastenkombination Strg+Umschalt+S ein. Dann gibt man den neuen Dateinamen ein (z.B. “Alles.af”) und speichert die Datei neu ab.
Dann öffnet sich ein Dialog zum Auswählen einer Layoutdatei, in dem man die jeweilige Datei auswählt, dessen Seiten man hinzufügen will. Danach öffnet sich so ein Fenster hier:
Hier kann man auswählen, wo die neuen Seiten eingefügt werden. Wenn man die Titelseite hinzufügt, sollte man unter “Seite hinzufügen:” Vor auswählen und bei “Seiten:” 1 eingeben, um die Titelseite vor die 1. Seite einzufügen. Für alle anderen Seiten sollte man unter “Seite hinzufügen:” Nach auswählen und bei “Seiten:” die Anzahl an Seiten, die schon in der Datei sind eingeben (wenn man also z.B. schon die Titelseite und die ersten vier Seiten hat, müsste man 5 eingeben: 1 Titelseite + 4 andere Seiten = 5). Die restlichen Optionen sollte man so lassen, wie sie im Bild sind (das sind die Standardeinstellungen).
Nachdem man in diesem Fenster auf “OK” geklickt hat, kann eine von zwei Sachen passieren:
- Es hat alles funktioniert und man ist glücklich :D
- Es öffnet sich ein neues Fenster und man muss Extra-Zeug machen :(
Wenn der 1. Fall eintritt, muss man nichts weiter machen. Wenn aber der 2. eintritt, öffnet sich das hier:
Dieses Fenster öffnet sich, weil die Seite, die man importieren will, irgendwelche Zeichen- und Absatzstile enthält, die entweder auf keiner der anderen Seiten enthalten waren oder schon auf einer anderen Seite genutzt wurden, dort aber anders eingestellt sind.
Der Grund für diese neuen oder anderen Stile kann einer von zweien sein:
- Der gute Grund, dass die für die Seite verantwortliche Person super kreativ war und eigene, neue Textstile erstellt hat für irgendwelche bestimmten Inhalte In diesem Fall kann man einfach den Haken dort in den Boxen, die noch nicht ausgewählt sind, setzen, wo in der “Konflikte”-Spalte irgendwas steht (in praktisch allen Fällen steht da aber nichts, ergo man muss nichts machen) und dann einfach auf “OK” klicken-
- Der schlechte Grund, dass die für die Seite verantwortliche Person irgendwas in der Formatierung oder im Copy-Pasten der Inhalte katastrophal falsch gemacht hat und jetzt neue Stile dadurch entstanden sind >:( In diesem Fall sollte man am besten nochmal in die Datei, bei der dieses Problem auftritt, gehen und alles so fixen, dass die Texte nur noch die vorgefertigten Absatzstile “Text Artikel”, “Grafiktext Artikel” und/oder “Text Autor” nutzen. Nachdem man das gemacht hat, kann man das Prozedere zum Hinzufügen der Seiten wieder machen – und dieses Mal sollte das Fenster mit den Textstilen nicht nochmal auftreten.